Self Care Tipps mit Ayurveda

Was ist denn eigentlich „Self Care“ und warum brauchen wir das?

Self Care bedeutet – für mich zumindest – dass ich mich um mich und meine Bedürfnisse kümmere, um mich ausgeglichen, zufrieden und erfüllt zu fühlen. Es ist nicht zu verwechseln mit Wellness – im Ayurvedischen Bereich demnach Ölmassagen, Dampfbäder und ähnliches. Es ist die Zeit, die wir uns schenken. Die meisten von uns leiden aufgrund der Schnelllebigkeit unserer Zeit unter permanenten Stress und manchen von uns fällt es nach einer Weile schon gar nicht mehr auf, wie gestresst sie eigentlich sind.

Ohne nun auf die physikalischen Ursachen, Wirkungen von Stress auf unseren Körper und Geist einzugehen – wenn die Belastung irgendwann permanent zu hoch ist und war, zeigt uns unser Körper dies. Besser wäre, einen achtsamen Tagesablauf zu entwickeln, um diese Form von „Dauerstress“ gar nicht wieder aufkommen zu lassen. Hier kann man mit Ayurveda einige einfache Formen von „Self Care“ in den Alltag integrieren, diese im Blick zu haben und somit Stressmanagement zu betreiben. Das macht nicht nur mehr Spaß, als nur zu arbeiten und gehetzt von A nach B zu rennen. Es hilft uns auch unsere Mitte wiederzufinden, uns selbst zu finden und Pausen bewusster einzufordern und wahrzunehmen.

Hier sind die 7 Säulen zu einem bewussteren Alltag:

1. Gesunder, erholsamer Schlaf

Wir sollten 7 bis 8 Stunden Schlaf finden. Am besten ist eine Ruhezeit von 22 Uhr bis 6 Uhr, die man möglichst täglich einhält. Das Smartphone sollte nicht im Schlafzimmer aufgeladen werden und am besten nicht mit ins Bett genommen werden. Bettwäsche aus Baumwolle, die atmungsaktiv ist, ein bequemes Nackenkissen können helfen, den Schlaf zu verbessern.

2. Eine gute und Doshabasierte Ernährung

Eine gute Ernährung zeichnet sich in der Regel dadurch aus, sich die Zeit zu nehmen diese frisch zuzubereiten. Mit natürlichen Zutaten, frischem Gemüse und Obst und Getreide, am besten in Bioqualität. Da unsere Körper individuell sind, ist eine Doshagerechte Ernährung ein Plus für unser Wohlbefinden, da wir unseren Organismus auf natürliche Art und Weise unterstützen. Dies schenkt uns zusätzliche Energie!

3. Stressmanagement

Nimm dir Zeit für 15 – 30 Minuten Yoga am Tag, wenn dein Tag sowieso schon sehr durchgetaktet ist – diese Zeit kann man eigentlich immer unterbringen. Wenn du dich sehr gestresst fühlst, mache eine Pause und atme tief ein und aus. Lege dich auf den Boden – wenn möglich – die Beine leicht erhöht und schließe die Augen für einen Moment. Tagesmeditationen gibt es auch in einigen Apps. Finde so Ruhe und besänftige den ausgelösten Fluchtreflex deines Körpers.

4. Verbringe freie Zeit mit deinen Liebsten

Nimm dir mindestens einen Tag die Woche vor, deine Eltern zu besuchen, mit deinen Freunden zu essen oder spazieren zu gehen. Date deine*n Partner*in und vereinbart einen festen Termin. Du wirst deinen Kopf frei bekommen, kannst dir alles von der Seele reden und wieder auftanken. Wichtig ist, dass du Zeit mit Menschen verbringst, die dir helfen abzuschalten und die dich inspirieren.

5. Finde genügend Ruhepausen in deinem Alltag

Wer lange im Büro oder auf der Arbeit ist, kann versuchen in den Pausen nach draußen zu gehen, um Abstand zu gewinnen. Auch das gemütliche Essen mit Kolleg*innen in der Mittagspause kann entspannend wirken, vorausgesetzt es sprechen nicht alle permanent über den Job. Atemübungen und kurzes Innehalten lassen sich auch während der Arbeitszeit einbauen. Auch im Bad morgens kannst du mit Zungenkratzen und einer Massage mit deiner Lieblingslotion bereits eine kleine Ruhepause für deinen Alltag schaffen.

6. Tägliche Bewegung

Noch besser ist es, täglich für eine kurze Zeit das Herz-Kreislaufsystem hochzufahren und zu schwitzen. Aber Bewegung in Form von Yoga, einem Spaziergang schenkt uns bereits wohltuende Glückshormone und Ruhe. Die Kontinuität macht hier den Unterschied!

7. Trage Klamotten, in denen du dich wohlfühlen kannst

Baumwolle, Leinen, Hanf – am besten sowieso aus natürlichen Textilien, damit deine Haut atmen kann. Sie sollte nicht zu eng anliegen und bequem fallen, zudem sollte sie der Jahreszeit entsprechen und du dich darin schön und wohlfühlen – ohne Zwicken oder Zipfeln!

Kommt gut in die neue Woche!

Wandern, Waldbaden, Yoga?

Die aktuell schönste Art und Weise, den Stress loszuwerden und wieder Ausgleich im Alltag zu finden:

Ob es Wandern, Waldbaden oder Yoga sind – Menschen suchen einen achtsamen Ausgleich zu ihrem hektischen Alltag. Das ist wenig verwunderlich, wenn man zunächst aktuelle Studienergebnisse zu Stress näher betrachtet.

Die Stressstudie der TK »Entspann dich, Deutschland« zum Beispiel, hat 2021 ergeben, dass sich knapp 64 % der Erwachsenen gestresst fühlen, 26 % der Befragten sogar häufig. Natürlich hatte zuletzt auch die Corona-Pandemie Auswirkungen auf unser Stressempfinden. Die Symptome von Stress können hierbei vielfältig ausfallen, einig sind sich die Experten jedoch alle: Stress macht auf Dauer krank.

Auszeit in der Natur kann hierbei Linderung verschaffen, uns helfen wieder mit uns selbst, unserer Atmung und unserem Körper in Verbindung zu treten. Hier sind die drei schönsten Möglichkeiten und Aktivitäten, um wieder entspannt durchzuatmen.

Wandern

Ob durch Weinberge, sanfte Hügellandschaften, Wälder oder im Gebirge: beim Wandern in gemäßigten Gelände bewegen wir unseren Körper, ohne die Gelenke zu belasten und dabei trotzdem unser Herz-Kreislauf-System anzuregen.

Foto: Jasmin Remiorsch

Gemäß der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, ist wandern insbesondere für den Bereich der Beine und Füße gesund, Gelenke und Sehnen werden gestärkt und stabilisiert.

“Regelmäßiges Wandern unterstützt dabei, die Atmung zu vertiefen, den Brustkorb zu mobilisieren und die Atem­musku­latur zu trainieren. Dies trägt dazu bei, Ihren Körper besser mit Sauerstoff zu versor­gen (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung).”

Auch beim Wandern zählt die Kontinuität, also die Regelmäßigkeit. So dauert es vielleicht etwas länger fit zu werden, dafür ist es nachhaltiger für unseren ganzen Körper.

Geführte Wanderungen oder Fastenwanderungen sind ein schöner Freizeitausgleich, wenn man nicht alleine losziehen möchte.

Waldbaden

In zauberhaften Wäldern den Duft von Nadelholz einatmen, magische Lichtungen entdecken die mit ihrem sanften Licht dem Auge schmeicheln, weicher Laubboden unter den Füßen. »Shinrin Yoku« oder grob übersetzt: Waldbaden. Waldbaden ist ein Stressmanagement System aus Japan, dass auch hierzulande großen Anklang findet. »Shinrin Yoku« wurde 1982 von der staatlichen japanischen Forstbehörde eingeführt, um einen gesunden Lebensstil zu fördern. Durch das »eintauchen« in den Wald, den bewussten und achtsamen Aufenthalt in der Natur lassen sich Stress und Hektik des Alltags besser beseitigen und lindern.

Im Gegensatz zum Wandern ist Waldbaden eine sehr entspannte Art den Wald zu genießen.

Foto: Jasmin Remiorsch

Laut der Naturwald Akademie ist der Wald heilsam und heilend: »Das Rauschen der Blätter, die Duftstoffe der Bäume, Vogelgesang und Bachgeplätscher heilen den Menschen und stärken seine Gesundheit (Naturwald Akademie).«

Lokale Anbieter für Waldbaden finden sich mittlerweile in fast jeder Stadt. In der Gruppe lassen sich die Ereignisse bei einem Gespräch im Anschluss vertiefen.

Yoga

Sanfte Bewegungen in Kombination mit der Atmung, Pausen zwischen den Asanas (Haltungen) helfen uns beim Stress-loslassen und wieder mit uns selbst in Kontakt zu treten. Yoga ist schonend für unseren Körper, dehnt unsere Muskeln und trainiert die Wirbelsäule. Es gibt viele Gründe und positive Effekte, die eine regelmäßige Yogapraxis haben kann.

Yogastunden sind nach einem bestimmten Übungsmuster aufgebaut, und somit werden in einer Einheit so gut wie alle Muskelpartien im Körper angesprochen und beansprucht. Dadurch, dass wir keine abrupten Bewegungen durchführen, ist eine Unter-/Überbelastung des Körpers in der Regel ausgeschlossen.

Design: Jasmin Remiorsch

Yoga hat laut Minimed.at im Wesentlichen folgende Wirkungsweisen:

»Physiologische Wirkung: Bewegungs- und Atemübungen wirken sich ausgleichend auf den Körper aus. Die Muskeln werden gekräftigt und gelockert, Verspannungen lösen sich, Haltungsmuster verändern sich.

Psychische Wirkung: das vegetative Nervensystem wird mithilfe von Atem- und Entspannungselementen stimuliert, gezielte Übungen beruhigen und bringen den Körper wieder in Balance. Wirksam wird dieser Benefit durch den Ausgleich von Sympathikus und Parasympathikus: diese beiden Anteile des vegetativen Nervensystems steuern unsere unwillkürlichen Vorgänge im Körper. Der Parasympathikus senkt u.a. den Herzrhythmus, die Atemfrequenz und die Ausschüttung von Stresshormonen.«

Yoga kann aktuell auch draußen praktiziert werden, viele Yogaschulen und Lehrer*innen bieten Stunden im Volkspark oder auf Dachterrassen an.

Wofür auch immer du dich diesen Sommer entscheidest: ich wünsche dir viel Spaß beim ausprobieren und eine erholsame Zeit im Grünen!